Giebelhäuser am Kölner Fischmarkt
Fünf schmale Häuser mit spitzem Giebel sind seit Jahrzehnten ein Blickfang am Fischmarkt der innerstädtischen Kölner Rheinpromenade. Jetzt mussten das linke Haus und sein Nachbargebäude wegen Baufälligkeit bis auf das gemauerte erste Obergeschoss abgetragen werden. Da beide Häuser unter Denkmalschutz stehen, stellt sich die Frage, welche gestalterischen Anforderungen beim Wiederaufbau zu berücksichtigen sind.
Der Stadtkonservator hat dem Eigentümer lediglich die äußeren Umrisse und die Dachgestaltung der früheren Bauten vorgegeben. Bei der Fassadengestaltung erhält dieser jedoch Gestaltungsfreiheit. Mit dem Wiederaufbau beauftragt wurde das renommierte Architekturbüro von Paul Böhm. Dieser hat im Januar erste Entwürfe öffentlich gemacht, die allerdings vielfach auf Skepsis gestoßen sind. Besonders der Verein Stadtbild Deutschland e.V. forderte die exakte Wiederherstellung der Gebäude in der früheren Gestalt einschließlich des tragenden Holzfachwerks.
Der Regionalverband Köln des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) hat dazu folgende Position entwickelt:
- Die beiden Häuser sollten unabhängig von der inneren Raumgliederung außen weiterhin als zwei Gebäude erkennbar sein, zumindest durch unterschiedliche Farbgebung
- die hochrechteckigen Fenster ab dem 2. OG sollten etwas breiter gestaltet und wie im 1. OG mit Sprossen und Steingewände versehen werden. Ideal wäre die Fortführung des Fenstertyps im 1. OG in den darüber liegenden Geschossen
- die Fenster im Geschoss unmittelbar unter dem Giebel sollten wie bisher gekuppelt sein, da diese optisch zum Giebel überleiten, wobei ein Segmentbogen nicht mehr für erforderlich gehalten wird. Allerdings müsste sich die innere Raumgliederung im Zweifelsfall nach den Fensteröffnungen richten.
Bei einem Ortstermin am 13.03.2025 wurde diese Position auch dem WDR-Fernsehen erläutert:
Bericht der WDR-Lokalzeit Köln vom 19.03.2025 (ab 12’18 min.)
Für Tourist*innen ein beliebtes Motiv: das Giebelhaus-Ensemble am Fischmarkt vor dem höher gelegenen Chor von Groß St. Martin.
Ein Bericht über die Veränderungen der Kölner Altstadt in den 1930er-Jahren wurde am 18.02.2025 (ab 14’56 min.) ebenfalls im WDR-Fernsehen gesendet.