„Denkmal des Monats“ Nov. 2021: Das Franzosengrabmal 1870/71 auf Melaten – 24.11.2021 15:30 h

Der Arbeitskreis „Denkmal des Monats“ im Kölner Regionalverband stellt seit über 30 Jahren bedrohte und gefährdete, aber auch unbekannte Denkmäler der Öffentlichkeit vor.

Der November ist der traditionelle Totengedenkmonat. Nachdem der Arbeitskreis bereits im März 2016 das deutsche Soldatengrabmal 1870/71 auf Melaten vorgestellt und auf eine dringend notwendige Sanierung hingewiesen hatten, küren wir nun noch im Rahmen der Erinnerung an den vor 150 Jahren stattgefundenen Krieg das Franzosengrabmal 1870/71 auf Melaten zum „Denkmal des Monats“.

Das Grabdenkmal für die an den Folgen des Deutsch-Französischen Krieges in Kölner Lazaretten verstorbenen internierten französischen Soldaten wurde – wie auch in vielen anderen deutschen Städten – vom „Komitee für die Errichtung von Denkmälern zum Gedächtnis der in der Gefangenschaft verstorbenen französischen Soldaten“ im Auftrag des französischen Staates 1872 am Rande des Grabfeldes aufgestellt. Es erinnert an die hier beerdigten 515 französischen Soldaten und Offiziere. Der Kölner Steinmetz Johann Baptist Bergner schuf das markante Sandsteinkreuz. Vor dem Kreuz liegt die Grabplatte des am 11.Oktober 1870 in seinem Privatquartier an Typhus verstorbenen Leutnant des 1. Zuavenregiments, Donat Francius Mazugan aus Lyon, den man mit allen soldatischen Ehren hier beisetzte.

            Fotos: © A.Hess

Wann: Am 24.11.2021 um 15:30 Uhr stellen wir das Grabmal und seine Geschichte der Öffentlichkeit vor.

Wo: Treffpunkt am Franzosengrabmal auf Melaten (Lit T N 24-27)

Anfahrt mit ÖPNV: Stadtbahnlinien 1 und 7 – Haltestelle „Melaten“

Arbeitskreis-Leiter Alexander Hess erläutert das Franzosengrabmal auf dem Melatenfriedhof Foto: Martin Lehrer

Bericht von der Veranstaltung: Alexander Hess wies darauf hin, dass die Festungsstadt Köln im Sommer 1870 nicht annähernd vorbereitet war auf den Zustrom einer solch großen Zahl von Kriegsgefangenen. Daher wurden die mehr als 16.000 französischen Soldaten rechtsrheinisch in eilig errichteten Zeltlagern und Barackensiedlungen untergebracht. Die rund 450 gefangenen Offiziere durften in Privatquartieren wohnen. Mehr als 6.000 Franzosen, an Cholera, Typhus und Pocken erkrankt, mussten medizinisch behandelt werden. Von diesen starben 560 und wurden größtenteils auf dem Friedhof Melaten beigesetzt.

Das Gräberfeld hinter dem Denkmal hatte 20 Jahre Bestand. Dann wurden die sterblichen Überreste der französischen Soldaten geborgen und rund um das Denkmal vergraben. Anschließend wurde die Fläche erneut für Bestattungen freigegeben. In mehr als 150 deutschen Städten mit Kriegsgefangenengräbern hat der französische Staat solche Denkmäler errichten lassen. Das Kölner Gedenkkreuz zählt – so Hess – von der Gestaltung her zu den aufwändigsten.

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