Sanierung von St. Pantaleon

Sanierungsbeginn St. Pantaleon Köln April 2020
Pantaleon-Baugerüst 062020
Westwerk Gerüst Plane
Westwerk Gerüst Rückbau
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Anfang April 2020 hat die Grundsanierung der romanischen Kirche St. Pantaleon in der südlichen Kölner Innenstadt begonnen. Die Renovierung soll dreieinhalb Jahre dauern und wird rund zwölf Mio. Euro kosten. Den Hauptteil trägt dabei das Erzbistum Köln. Daneben hat der Bund einen Zuschuss von 1,5 Mio. Euro zugesagt. Rund 500.000 Euro kommen von der Gemeinde selbst, davon 100.000 Euro vom Freundeskreis St. Pantaleon e.V. für eine neue Beleuchtungsanlage auf LED-Basis.

Diese Arbeiten stehen an:

  • Kompletterneuerung des Dachs. Dort ist über die Jahre Wasser eingedrungen und hat Schäden an Wänden und Decke verursacht.
  • Sanierung der Fundamente zum Schutz gegen aufsteigende Nässe. Auch hier sind im Innern der Kirche Feuchtigkeitsschäden und Salzausblühungen entstanden.
  • Wiederherstellung des Mauerwerks außen und innen durch Restaurierung oder Ersatz schadhafter Steine, Neuvermauern und Verfugen
  • Entfernen des Putzes im Innern der Kirche und baugeschichtliche Untersuchung des Mauerwerks
  • Stabilisierung des Kreuzgratgewölbes im nördlichen Seitenschiff
  • Austausch der Bleiverglasung in den Obergaden-Maßwerkfenstern
  • Erneuerung der elektrischen Anlagen
  • Einbau einer energiesparenden und flexibel zu steuernden Beleuchtungsanlage mit LED-Technik. Ziel ist eine bessere Ausleuchtung der Kirchendecke
  • Einbau einer modernen Akustikanlage mit weniger Lautsprecherpositionen
  • Schaffung barrierefreier Zugänge zur Verbesserung des Komforts für BesucherInnen und Gläubige
  • Mehr Sicherheit durch Installation von Videokameras und Bewegungsmeldern

Die Leitung der Bauarbeiten liegt bei dem Zülpicher Architekten Max Ernst, der bereits die Sanierung der Kirche St. Servatius in Siegburg betreut hat.

Der Autor dieser Seite hat zum virtuellen Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020 über die Sanierung von St. Pantaleon ein Video (8’30 min.) produziert. 

– Chronik –

Juni 2021: Holzstücke, die im Herbst 2020 in der südlichen Seitenkapelle des Westwerks in Mauernischen gefunden worden waren, konnten inzwischen sicher auf das 10. Jahrhundert datiert werden. Es sind offensichtlich Reste eines Stützgerüstes aus Eichenbohlen für das Aufmauern des Gewölbes.Damit ist ein starker Beleg vorhanden, dass das unter Erzbischof Brun und Kaiserin Theophanu begonnene ottonische Westwerk bis zum Jahr 1000 fertiggestellt war. Dr. Ulrike Heckner von LVR-Amt für Denkmalpflege erläuterte den außergewöhnlichen Fund bei einem Pressetermin sowie auf Führungen für die Gemeindemitglieder.

 

Mai 2021: Probeweise werden zwei Musterleuchten im Kirchenschiff aufgehängt, wo bisher Lampen mit kupfernem Schirm für Helligkeit sorgen. Mit der Grundsanierung soll auch ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt werden. Diese Lampen sind höher angebracht als die „Kuperkessel“ und geben auch nach oben Licht ab. Damit könnte das Deckengemälde von Dieter Harmann bei schwachem Tageslicht oder in der Nacht wieder sichtbar werden. Aspekte des Denkmalschutzes sprechen freilich für die Beibehaltung der Kupferleuchten. Die Aufhellung der Kirchendecke ließe sich auch durch flache Strahler weiter oben am Kabelstrang realisieren.

 

April 2021: Im Zuge der Sanierung soll die Kirche einen barrierefreien Zugang erhalten. Dafür eignet sich am besten der bisherige Eingang an der Südseite des Langhauses. Bei der Anlage von Rampen sind Mindeststandards einzuhalten, was die maximale Steigung und Länge angeht. Die technischen und gestalterischen Anforderungen lassen sich am besten durch ein quadratisches Podest vor der derzeitigen Eingangstür erfüllen.

 

März 2021: Kontinuierlich laufen die Arbeiten zum Verfugen der Tuffstein-Mauerschale am Westwerk. Der Mörtel ist passend zu den vorhandenen Steinen eingefärbt und wird in die Fugen eingekratzt. Auf diese Weise verbindet er sich optimal mit den teilweise ausgefransten Kanten der Mauersteine. An einigen Stellen der Fassade finden sich Mauerstücke aus dem Mittelalter, erkennbar an der Mischung unterschiedlicher Steinsorten. Diese bleiben original erhalten und werden nicht neu verfugt.

 

Februar 2021: Die Untersuchung des Dachstuhls über dem Langhaus ergibt, dass die Stahlkonstruktion aus dem Wiederauf nach dem 2. Welkkrieg weiterhin tragfähig ist. Allerdings sind die Verbindungen zwischen den nach oben aufragenden Sparren und den horizontal verlaufenden Pfetten zu verstärken. Auf der hölzernen Gitterbalkenkonstruktion der Decke wird ein stabiler Zugang geschaffen zu den Anschlusspunkten der Pendelleuchten, die darunter das Kirchenschiff erhellen.

 

Januar 2021: An den Gesimsen der Flankentürme werden die Bleischürzen hergestellt. Zuerst wird ein Kranz kupferner Haltebleche aufgeschraubt (kleines Bild). Diese werden mit einer wasserdichten Folie ähnlich wie bei den Schieferdächern abgedeckt. Darüber kommt die äußere Bleiverkleidung, die nach unten um die Halterung gebördelt wird. Als nächstes wird der innere Ring der Bleischürze aufgelegt, in die Steinfuge eingeschoben und mit den vorher aufgelöteten Bleilaschen fixiert. Den Abschluss bildet das Verpressen der horizontalen Steinfuge mit Bleiwolle. Ziel ist es, der Bleiverkleidung genügend Spielraum für wetterbedingte Ausdehnung und Kontraktion zu geben.

=> Chronik der Bauarbeiten 2020