Sanierung von St. Pantaleon

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Anfang April 2020 hat die Grundsanierung der romanischen Kirche St. Pantaleon in der südlichen Kölner Innenstadt begonnen. Die Renovierung soll dreieinhalb Jahre dauern und wird rund zwölf Mio. Euro kosten. Den Hauptteil trägt dabei das Erzbistum Köln. Daneben hat der Bund einen Zuschuss von 1,5 Mio. Euro zugesagt. Rund 500.000 Euro kommen von der Gemeinde selbst, davon 100.000 Euro vom Freundeskreis St. Pantaleon e.V. für eine neue Beleuchtungsanlage auf LED-Basis.

Diese Arbeiten stehen an:

  • Kompletterneuerung des Dachs. Dort ist über die Jahre Wasser eingedrungen und hat Schäden an Wänden und Decke verursacht.
  • Sanierung der Fundamente zum Schutz gegen aufsteigende Nässe. Auch hier sind im Innern der Kirche Feuchtigkeitsschäden und Salzausblühungen entstanden.
  • Wiederherstellung des Mauerwerks außen und innen durch Restaurierung oder Ersatz schadhafter Steine, Neuvermauern und Verfugen
  • Entfernen des Putzes im Innern der Kirche und baugeschichtliche Untersuchung des Mauerwerks
  • Stabilisierung des Kreuzgratgewölbes im nördlichen Seitenschiff
  • Austausch der Bleiverglasung in den Obergaden-Maßwerkfenstern
  • Erneuerung der elektrischen Anlagen
  • Einbau einer energiesparenden und flexibel zu steuernden Beleuchtungsanlage mit LED-Technik. Ziel ist eine bessere Ausleuchtung der Kirchendecke
  • Einbau einer modernen Akustikanlage mit weniger Lautsprecherpositionen
  • Schaffung barrierefreier Zugänge zur Verbesserung des Komforts für BesucherInnen und Gläubige
  • Mehr Sicherheit durch Installation von Videokameras und Bewegungsmeldern

Die Leitung der Bauarbeiten liegt bei dem Zülpicher Architekten Max Ernst, der bereits die Sanierung der Kirche St. Servatius in Siegburg betreut hat.

Der Autor dieser Seite hat zum virtuellen Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020 über die Sanierung von St. Pantaleon ein Video (8’30 min.) produziert. 

– Chronik –

März 2021: Kontinuierlich laufen die Arbeiten zum Verfugen der Tuffstein-Mauerschale am Westwerk. Der Mörtel ist passend zu den vorhandenen Steinen eingefärbt und wird in die Fugen eingekratzt. Auf diese Weise verbindet er sich optimal mit den teilweise ausgefransten Kanten der Mauersteine. An einigen Stellen der Fassade finden sich Mauerstücke aus dem Mittelalter, erkennbar an der Mischung unterschiedlicher Steinsorten. Diese bleiben original erhalten und werden nicht neu verfugt.

Februar 2021: Die Untersuchung des Dachstuhls über dem Langhaus ergibt, dass die Stahlkonstruktion aus dem Wiederauf nach dem 2. Welkkrieg weiterhin tragfähig ist. Allerdings sind die Verbindungen zwischen den nach oben aufragenden Sparren und den horizontal verlaufenden Pfetten zu verstärken. Auf der hölzernen Gitterbalkenkonstruktion der Decke wird ein stabiler Zugang geschaffen zu den Anschlusspunkten der Pendelleuchten, die darunter das Kirchenschiff erhellen.

 

Januar 2021: An den Gesimsen der Flankentürme werden die Bleischürzen hergestellt. Zuerst wird ein Kranz kupferner Haltebleche aufgeschraubt (kleines Bild). Diese werden mit einer wasserdichten Folie ähnlich wie bei den Schieferdächern abgedeckt. Darüber kommt die äußere Bleiverkleidung, die nach unten um die Halterung gebördelt wird. Als nächstes wird der innere Ring der Bleischürze aufgelegt, in die Steinfuge eingeschoben und mit den vorher aufgelöteten Bleilaschen fixiert. Den Abschluss bildet das Verpressen der horizontalen Steinfuge mit Bleiwolle. Ziel ist es, der Bleiverkleidung genügend Spielraum für wetterbedingte Ausdehnung und Kontraktion zu geben.

=> Chronik der Bauarbeiten 2020