Mosaiken an Balkonbrüstungen und Hauswänden

Eines von drei Motiven an einem Wohnhaus am Neusser Wall

Der Hang zum Verspielten wird in den zahlreichen Mosaiken und Kratzputzbildern der 1950er-Jahre sichtbar. Meistens finden sich die Mosaiken an Balkonbrüstungen, aber auch eingelassen in Stockwerke trennende Paneele. In der Regel werden Motive mehrfach wiederholt. Das Material – glasierte oder durchgefärbte Steine – signalisiert Glätte und Frische – ähnlich wie im Großen die Kachelfassaden. Aus den Motiven spricht der Wunsch nach Harmonie und Heiterkeit. Sie zeigen Tiere, Früchte, Menschen in Bewegung, vorsichtig bis stark abstrahiert.

Tiermotive schmücken die kleinformatigen Balkonbrüstungen an einem Wohnhaus in der Geibelstraße 6a in Köln-Lindenthal. Sie sind in Kratzputztechnik hergestellt – eine Methode, die sonst an Hauswänden angewendet wird. Auf den vier Balkonen werden ein Reh, ein Fischepaar, eine Schwalbe und ein Krebs abgebildet.

 

 

 

Eine komplexe Fassadendekoration trägt das Wohn- und Geschäftshaus Marzellenstraße 25. Auf drei Etagen sind die Balkonbrüstungen – jeweils zwei polygonale Betontafeln pro Balkon – mit Mosaiken verziert. Diese setzen sich aus großen und kleinen Steinen zusammen und werden durch Mörtelstege sowie -felder gegliedert.

 

Gleich mehrfach verziert sind die abgewinkelten Balkonbrüstungen des Appartmenthauses Vor St. Martin 12, gebaut von Hans Schilling im Jahre 1955. Als Blickfang wirken die traubenförmigen Rosetten, ein Motiv in blau-grün und eines in rot-gelb. Wo die Balkonbrüstung einen Knick macht, schmücken länglich-polygonale Mosaiken die trapezförmigen Betonstelen. Das Motiv erscheint immer paarweise und spiegelbildlich gegenüber. Linker und rechter Balkonabschluss tragen das Mosaik-Polygon jeweils einfach. Von diesem gibt es vier Varianten, wiederholt über alle Stockwerke und Gebäudeachsen.

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